Zypern war unser Urlaubsziel im Juli 2002. Mit 9251 Quadratkilometern ist Zypern die drittgrößte Insel im Mittelmeer. Sie bietet im Sommer den sonnenhungrigen Feriengästen erholsame Tage an den schönen Stränden an der Südküste, den Kulturinteressierten die historischen Ausgrabungsstätten von Páfos und Koúrion mit hervorragend erhaltenen Mosaiken, zahlreiche alte, mit Fresken geschmückte Scheunendachkirchen und Klöster und Kirchen mit prachtvollen Ikonostasen und den Mineralienliebhabern einige interessante Fundstellen.

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Etwa 12 km nördlich von Larnaka liegt Avdelleró (Fundpunkt 1). Knapp nördlich des Ortes finden wir in einem Graben oberflächlich stark verwitterten Basalt mit drusigen Zonen, die Gmelinitkristalle mit Durchmessern bis zu einem Zentimeter enthalten. Zum Suchen benötigen wir vorerst nur die Hände, da die hier anstehenden Kissenlaven praktisch in den Fingern zerbröseln. Mit Hammer und Meißel lassen sich aber kompaktere Basaltbruchstücke bergen, die, leider nicht allzu häufig, kleinere Drusenhohlräume enthalten. Hier sind die Gmelinitkristalle meist mit kleinen, klaren Analcimen vergesellschaftet, gelegentlich auch mit Calcit und Natrolith. |
Es ist Mitte Juli, die Sonne brennt unerbittlich auf die ausgedörrte Erde nieder, heute soll es in Nicosia 47 Grad Celsius haben. Eineinhalb Stunden Mineraliensuche sind fürs Erste also genug, wir verabschieden uns nach Agia Nápa, eine Touristenhochburg im Südwesen Zyperns. Sandstrände laden hier zum Baden ein, das klare Wasser bei den Felshöhlen in der Nähe vom Kap Gkreko ist ein Paradies für Taucher.
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Ein zweiter Kurzbesuch in Avdelleró beschert uns weitere nette Funde von Gmelinit, Analcim, Calcit und Natrolith. Wenig östlich des Ortes, am Fuß des Hügels, der einen weithin sichtbaren Wasserbehälter trägt, ist Basalt in einem Graben offensichtlich angeschüttet worden. Hier finden wir einige hübsche Natrolithstufen. Der Basalt der Umgebung von Avdelleró, der sich mit seiner graubraunen Färbung deutlich von den weißen Kalksedimenten, die ansonsten hier die Landschaft prägen, abhebt, wäre sicherlich noch weiter mineralogisch zu erkunden, es empfehlen sich dafür aber wohl kühlere Monate im Frühjahr oder Herbst.
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| Gmelinitfundstelle nördlich Avdellero | Natrolithfundstelle am Fuß des Hügels östl. Avdellero |
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Weithin sichtbar ragt aus der Küstenebene von Larnaka ein kegelförmiger Berg fast 700 m hoch auf (Fundpunkt 2), auf dessen Gipfel man das Kloster von Stavrovouni erkennt. Das Gebäude stammt aus der Zeit um 1890. Für Frauen ist der Zutritt verboten. Am Straßenrand der serpentinenreichen Straße auf den Berg finden wir Pyritkristalle, winzige Quarze und Epidot. Am Fuß des Berges befindet sich auch ein größerer Basaltsteinbruch, der mineralogisch zu erkunden wäre. |
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Wenige Kilometer südwestlich des Olympos, des mit
1951 m höchsten Gipfels des Troodos-Massivs, liegt der 1998 stillgelegte Asbesttagebau
bei Kato Amiantos (Fundpunkt 3). Hier soll Aragonit in kleinen Kristallen vorkommen. Wir
müssen uns aber mit einigen Asbestbelegstücken zufrieden geben.
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Die Scheunendachkirche Panagia Forviótissa, besser
bekannt unter dem Namen Asinou-Kirche, ist wohl einer der Höhepunkte jeder Kunstreise
nach Zypern. Ihr Innenraum ist vollständig mit bis zu 900 Jahre alten Fresken ausgemalt,
die heute noch so frisch leuchten, wie am ersten Tag, obwohl sie nur gereinigt, nicht
restauriert wurden.
Da die Hauptstraße von Asinou nach Nikitari gerade frisch asphaltiert wird, fahren wir
über eine Umleitung und finden so am Straßenrand einen kleinen Basaltaufschluss. Einige
kleine Stüfchen mit Analcimen sind die Ausbeute eines kurzen Erkundungsstopps.
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Weitere Fundmöglichkeiten sind in den Ausläufern des Troodos-Massivs sicherlich noch gegeben, wenn man sich die Mühe macht, den zahlreichen Pisten, die oft nur mit Geländewagen befahrbar sind, zu folgen, etwa im Gebiet von Mansoura an der Küste im Nordwesten, bei der Elea-Brücke etwa 10 km westlich von Páno Plátres oder im Flussbett bei Orounta ca. 15 km nordöstlich von Asinou.
Im August 2005 besuchten wir wieder Avdellero, den Fundort für Gmelinit und Natrolith, den wir schon von 2002 kennen. Mittlerweile wurden an der Fundstelle ein Kirchlein mit überdachter Quelle und eine Straße gebaut. Die Funde von Gmelinit, Natrolith und Analcim beschränken sich auf einige nette Kleinstüfchen, bis cm-große Gmelinittafeln wie vor 3 Jahren sind leider keine dabei. Beim Wasserspeicher östlich des Ortes finden wir leider gar nichts.
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| Gmelinit mit Analcim | Gmelinit mit Natrolith |
Auf der Fahrt von Polis nach Stavros
tis Psokas scheinen mir etwa 5 kam nach Lysos an der Abzweigung nach Argaka
die weißen Bänder im hier eher graubraunen Basalt mineral-verdächtig. Wir
fahren retour, parken neben der Straßenböschung, ich klettere etwa 4 m hoch
und finde ein kleines Loch, das ich mit dem Meißel erweitere. Schöne
Stilbitstüfchen und als Abschluss, sozusagen als Kluftendstoppel, wird meine
Mühe noch durch eine schöne Stilbitstufe belohnt.
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| Zeolithfundstelle im Nordwesten Südzyperns | Stilbit, Lysos |
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| Stilbit, Lysos | Stilbit, Lysos |
Auf der Rückfahrt von Stavros tis Psokas halten wir nochmals in der Nähe der Stilbitfundstelle. In Augenhöhe finde ich in der Straßenböschung eine kleine Öffnung im Basalt. Nach ein paar Klopfern lege ich eine schöne Druse mit Heulandit und etwas Stilbit frei. Chalcedon kommt in den Basaltblöcken der Umgebung ebenso vor.
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| Heulandit, Lysos | Heulandit, Lysos |
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| Heulandit mit Stilbit, Lysos | Stilbit auf Heulandit, Lysos |
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| Stilbit auf Heulandit, Lysos | Chalcedon, Lysos |