La Gomera 2009

La Puntilla, Valle Gran Rey mit Tequergenche

La Gomera ist die zweit kleinste Insel des Kanaren-Archipels. Sie liegt ungefähr 30 km westlich von Teneriffa, 55 km südöstlich von La Palma und 60 km nordöstlich von El Hierro sowie rund 370 Kilometer vom afrikanischen Festland (ungefähr auf der Höhe von Agadir) entfernt. Die Insel hat eine fast kreisrunde Form (rund 25 Kilometer Durchmesser) mit einer Oberflächenausdehnung von 378 Quadratkilometern. Die höchste Erhebung ist mit 1.487 Metern über dem Meer der Alto de Garajonay.

Die Vulkaninsel La Gomera dürfte ungefähr 12 Millionen Jahre alt sein. Etwa drei Millionen Jahre sind seit dem letzten Vulkanausbruch auf La Gomera vergangen. So veränderte sich Gomeras Gesicht im Laufe der Zeit durch Verwitterung und Erosion. Ausgehend vom grünen Dach Nationalpark Garajonay, der 11% der Insel einnimmt, bildeten sich spektakuläre Schluchten und imposante Steilhänge aus.

Am zentralen Bergmassiv des Garajonay scheiden sich Klima sowie Vegetation. Passatwolken sorgen im Norden für üppiges Grün, den trockenen Süden prägen Sukkulenten. Bekannt ist La Gomera durch seinen einzigartigen "Urwald" mit Lorbeer- und Erikabäumen.

Canada de Jorge

 

 

Gerlinde und ich am Gipfel des Garajonay

 

 

Gerlinde am Foraleza de Chipude

Am Playa de Hermigua soll es Mineralien geben. Der Strand hier ist zum Baden wegen gefährlicher Strömungen, der starken Brandung und den großen Steinen nicht geeignet, schade, denn mit 500 m ist der Strand einer der längsten auf La Gomera. Es gibt jedoch hinter dem Strand ein gemauertes Becken mit Liegeflächen, Umkleidekabinen und Duschen. Weiter östlich, an der Steilküste, befinden sich die Ruinen der einstigen Bananenverladestation. Wir schlendern auf dem Weg zur Steilküste hinunter, in den Felswänden am Straßenrand finden wir bereits kleine Drusen mit Natrolith und Analcimkristallen. Am Meeresschwimmbecken befinden sich einige Badegäste, zum Mineraliensuchen ein denkbar ungünstiger Platz. Wir gehen wieder hoch zum Auto und weiter, bis wir eine Abstiegsmöglichkeit zum Strand finden. Hier liegen neben den kürbisgroßen, abgerundeten Felsbrocken auch einige kubikmetergroße, braune Blöcke herum, die bei näherem Betrachten bis faustgroße Drusen mit Analcim und Thomsonit enthalten. Von 16:30 bis 18:00 arbeite ich hart im Schweiße meines Angesichts, Gerlinde schaut der Brandung zu, filmt, fotografiert und verpackt die Fundstücke. Groß ist die Freude, dass wir endlich „etwas Vernünftiges“ gefunden haben, gut gelaunt treten wir die Heimfahrt an. Bei der Kreuzung nach El Cedro halten wir Ausschau nach den in der Literatur beschriebenen Augiten, sehen nichts, drehen um und finden dann direkt an der Kreuzung in der Wand doch noch Belege. Wegen der doch recht häufig vorbeikommenden Autos, trenne ich mit dem Meißel einige größere Brocken von der Wand, ab damit ins Sackerl, gesichtet wird zu Hause.


Playa de Hermigua

Bei der Mineraliensuche am Strand von Hermigua Analcim
Analcim und Thomsonit
Analcim und Thomsonit Augit, Cruze de el Rejo
Nach dem Abstieg vom Fortaleza de Chipude (1241 m) erreichen wir die Gabelung unten in der „Ebene“, hier spazieren wir schön langsam den mit Basaltsteinen ausgelegten Wanderweg in Richtung San Sebastian hoch. Weit und breit gibt es kein schattiges Plätzchen. Wir erreichen eine schmale Asphaltstraße, die offensichtlich Richtung Erque führt, in der 2. Kurve sollen im anstehenden tuffartigen Gestein Augitkristalle zu finden sein.  Nach wenigen Minuten erreichen wir die Stelle, wie Rosinen stecken die Kristalle direkt am Straßenrand im lockeren Material, teils sind sie bereits aus dem Gestein herausgewittert.

Laut Karte führt eine Schotterpiste zum Playa La Rajita, die Straße ist aber neu asphaltiert, sie führt in Serpentinen an den frisch gesprengten Felswänden entlang. Einige große Schlaglöcher und kaputte Leitschienen fallen uns auf, hier müssen Felsbrocken eingeschlagen haben, daher fahren wir nach der Besichtigung des unwirtlichen Schotterstrandes mit verfallenem Gebäude recht rasch wieder auf die Hochfläche von La Dama zurück. Hier gibt’s nur ein Beisl, das von der männlichen Dorfbevölkerung besetzt ist. Bei der Weiterfahrt nach Chipude (in der Hoffnung auf einen Kaffee) machen wir noch ein letztes Foto vom Fortaleza und siehe da, auf unserem Parkplätzchen neben der Straße finden wir weiße, kugelige Calcite im Gestein (die Fundstelle ist uns aus der Literatur bekannt, wir hätten auf sie aber schlichtweg vergessen). Gerlinde findet noch interessante Steinkugeln mit bis zu 2 cm Durchmesser, die auch mit müssen.

Augit, Erque Steinkugeln, La Dama

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